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Hallo, ich möchte meine Eindrücke der damaligen Zeit wiedergeben.

Wie schon öfters in den vergangenen Jahren (vor 1989) haben wir (unsere Familie) aus der Nähe von Frankfurt (Main) im August in Ungarn am Balaton unseren Urlaub vebracht.

Noch immer gab es bei der Einreise nach Ungarn die erschreckenden Schlagbäume, Grenzsoldaten, und von diesen getragene und auch von den „Hochsitzen“ aus angelegte Gewehre.

(Ich fahre seit 1973 nach Ungarn/ und für alle, die es heute nicht mehr glauben wollen, es war so!!!)

Doch in diesem Jahr war es irgendwie anders - die Grenzkontrollen verliefen ziemlich schnell und reibungslos (nur 1 Std. Wartezeit zur Einreise!); Passkontrolle, fertig.

Dann am Balaton, die Strände waren voll von Ost- und Westdeutschen (zu dieser Zeit waren die Campingplätze und Privatquartiere noch voll).

Immer wieder konnten wir Gespräche von Leuten am Strand aufnehmen, was mann/frau tun solle, die ersten Gerüchte über eine offene Grenze zu Österreich bei Sopron wurden laut.

Die Frauen und Männer , welche wir kennenlernten, wussten nicht, was sie machen sollten: zurück in die DDR, oder alles stehen und liegen lassen, und auf nach Sopron.

Ich kann im nachhinein nur sagen, „die Luft knisterte“!!!. – Es lag jedem Menschen ein komisches Gefühl im Magen - . (West- oder Ost = egal).

Bei einem Besuch in Esztergom trafen wir auch einige Leute aus der „DDR“, und wir unterhielten uns , was wohl passieren würde; hierbei schauten wir auf die Grenze zur damaligen Slowakei über den Fluß mit der im letzten Weltkrieg gesprengten Brücke, und uns wurde ganz mulmig.

Und ich kann hier im nachhinein nur sagen, dass ich und meine Familie froh sind, dass wir damals heil aus Ungarn wieder rausgekommen sind!

Denn wir haben eigentlich täglich mit einer Grenzschließung durch die „Russen“ gerechnet, denn niemand hätte damals eigentlich gedacht, dass sich die kommunistische Regierung dies sich gefallen lassen würden (immer noch vielen Dank an Herrn Gorbatschow) – denn er hätte auch anders gekonnt!!!

Und wenn es heute auch Stimmen gibt, welche die Grenzöffnung und Wiedervereinigung am liebsten rückgängig machen würden: es war richtig so!

Denn viele, welche sich heute dagegen aussprechen, wissen gar nicht, wovon sie reden.

Die Ostgebiete gehörten zu Deutschland, und ich sage immer, wenn die „Sieger“ des Krieges bei der Aufteilung der Gebiete mit ihrem Finger auf der Landkarte etwas weiter nach unten gerutscht wären, hätten unter Umständen auch sog. „westliche Landstriche“ zum Osten (sprich Russland) gehört; (Fulda; Kassel, Hannover, etc. - wer weiß?)

Hoffen wir, und arbeiten wir auch als Volk und einzelnem Wähler daran, das so etwas nicht wieder vorkommt, denn alle, welche dieser Zeit nachtrauern, sind eigentlich von ihrem Geburtsjahr her zu jung, um zu wissen, was in diesen Jahren geschehen ist, aber auch die „Ostdeutschen“ sollen sich nicht nach der „guten alten Zeit“ zurücksehnen, denn für viele war diese Zeit nicht so gut, auch wenn mann/frau dies heute verdrängt.

W.Reinhart/ Kahl (M) - Unterfranken

 

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