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MEINE SICHT ZUR DDR
Geboren 1948 in der nähe von Aachen wuchs ich gleichzeitig mit der BRD und der DDR auf. Meine Mutter war ende des
Krieges mit 5 Kindern in Sachsen Anhalt interniert. In meiner Familie hörte ich in meinen ersten Jahren immer nur von der
Flucht aus der Ostzone in dunkler Nacht durch den Wald und das sie dabei viel Angst vor den Russen hatten. Da wo die
Russen waren da war die Ostzone oder die Besatzungszone mehr wusste ich nicht nur das von daher auch nichts gutes
kam. Alles was von dort direkt zu uns kam war dreimal gefiltert und gewaschen und sagte wenig aus. In den Osten zu
reisen kam nie in Frage weil das Geld fehlte die Zeit und auch der Anreiz dazu. Wer wollte schon so eine Grenze der
Kommunisten zum Spaß passieren? Dann hörte ich vom Eisernen Vorhang der alles in Richtung Osten absperrte und
danach kam die DDR in unseren Wortschatz. Die Kommunisten und die Russen beherrschten den Deutschen Osten. Das
Volk wurde von den Kommunisten unterdrückt, hatte keine Freiheit und hatte kaum was zu Essen, so dachte nicht nur ich in den 50er Jahren.
Aber mehr auch nicht. Was ging mich das an? Ich lebte weit weg ganz im Westen und hörte fast nichts aus der DDR. Im
Westen hatten die Engländer zu sagen und die brachten den westlichen Lebensstil mit den viele gern annahmen und
mitmachten. Die Russen waren sehr unbeliebt weil sie auf ihren Siegeszug gegen den Nazis viel Leid unter den Zivilisten
angerichtet hatten und nun war Ostdeutschland von den Russen besetzt. Damit wollte man wenig zu tun haben. Die
Regierung im Osten wollte das ja so. Also besser da weg bleiben und gar nicht drüber nachdenken. Ich hatte ja keine Verwandten im Osten also gar keinen Bezug zu der Seite.
So schob ich das von mir weg bis ich zur See fuhr. Es war wenn ich richtig bin in Mexiko als ich an Land ging und in
einem Lokal an der Bar saß. Jemand fragte woher ich kam. Ich sagte Germany. Sofort kam die Frage hinterher…?West /Ost ?
Mit der Antwort West kam gleich ein lächeln auf sein Gesicht und er sagte…?West good.
Das gleiche passierte mir später im Libanon. Die DDR Schiffe waren nicht so gut im Ausland angesehen. Weil man sie für
Kommunisten hielt oder weil sie nicht so viel hartes Geld ausgaben ich weis es nicht.
Seid 2004 bin ich Frührentner und hab die Zeit mal in den Osten zu fahren. Aber wenig Geld. Bei Ebay ersteigerte ich
Hotelzimmer im Erzgebirge und in Brandenburg weil ich neugierig war und nun dahin wollte. Bewusst fuhr ich nicht die
Autobahn sondern quer durch das Land über alle Städte und Dörfer. Ich gebe zu das ich voreingenommen war als ich mit
dem Auto durch Sachsen und weiter fuhr. Die Zollbeamten die früher mit steinernen Miene und barschem Ton die
Reisenden kontrolliert hatten fand ich nicht mehr, aber die waren ja nicht verschwunden sondern nur untergetaucht als das
Regime zerfiel. Und so fand ich erst mal alles bestätigt was in meinen Gedanken rum hing, schlechte Strassen,
verlassene Dörfer, Häuser die aussahen wie vor 40 Jahren, Fabrikruinen und gleiches. Das Hotel in dem ich unterkam war
nach der Wende gebaut worden, in einem abgelegenen Dorf wo sich nie ein Tourist verirren würde. Wahrscheinlich mit
Subventionen wurde dort spekuliert. Jetzt stehen dort im Osten viele gute Hotels in der gleichen Weise leer und warten auf
Gäste. Aber die kommen nur wenn sie die Zimmer billig ersteigern können. Die Pächter im Hotel schimpfen auf die
Westdeutschen die nur Profit machen wollen. Aber ohne das Geld der Westdeutschen wäre das Hotel gar nicht gebaut
worden, dann hätten sie gar nichts. Es gibt zuwenig Arbeit in den Ländlichen Gebieten der ehemaligen DDR. Die Pächterin
der Gastwirtschaft muss um zu überleben noch die Zeitung austragen wie sie mir erzählte. Kaum jemand hat eine gute Arbeit auf dem Land. Das hat mich alles betroffen gemacht.
Ich fand meistens freundliche Menschen die sich gern mit mir unterhalten haben und sah keinen Unterschied zum Westen
. Allerdings spürte ich bei vielen und hörte es auch raus das sie dem Westen insgesamt die Schuld an ihrer Misere gaben.
Ich finde das schade. Aber solche Sprüche hör ich auch im Westen nur in die andere Richtung. Die Menschen waren zu lange getrennt nun dauert das zusammen wachsen genau so lange. Hoffentlich nicht.
Ich war gerne in der ehemaligen DDR zu Besuch und werde auch noch mal dahin reisen. Die Landschaft ist schön und die Menschen sind freundlich.

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