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STASI-UNTERSUCHUNGSGEFÄNGNIS BERLIN-HOHENSCHÖNHAUSEN
Interessenhalber habe ich mehrere Webseiten, welche sich mit dem Stasiuntersuchungsgefängnis in Berlin
-Hohenschönhausen beschäftigen, angesehen und gelesen. “Leider” habe ich über die Verhältnisse, wie ich sie
kennenlernen “durfte”, kein Wort gefunden. Ich bin als Elektroingenieur in leitender Stellung im Oktober 1965 wegen
staatsgefährdender Propaganda und Hetze verhaftet worden und wurde vom Bezirksgericht Leipzig zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Mein Vergehen war die Herstellung und der Vertrieb Flugblättern mit den Aufruf zu freien Wahlen.
Nach der Verurteilung wurde ich nach Hohenschönhausen gebracht und arbeitete dort als Elektriker. Wir, etwa zwanzig
Mitgefangene, arbeiteten meist von 7 - 17 Uhr und waren für verschiedene Tätigkeiten eingesetzt. Für die etwa 20 Gefangenen gab es zwei Schlafräume, einen Essensraum und eine Küche.
Im Keller eines anderen Gebäudes waren Frauen untergebracht welche auch zu verschiedenen Tätigkeiten eingesetzt wurden.
Das Strafmaß meiner Mitgefangenen reichte von 2 Jahren bis lebenslänglich. Ob und warum wir eine Sonderbehandlung
genossen, war uns nicht bekannt. Das sogenannte U-Boot, welches oft erwähnt wird, ist mir auch bekannt, war aber
während meiner Zeit in Hohenschönhausen nicht benutzt. Auf einer Webseite habe ich von einem Besucherzimmer
gelesen. Ich hatte zweimal Besuch und wurde einmal nach Lichtenberg und einmal nach Rummelsburg gebracht, wo ich meine Angehörigen sehen konnte. Nach Hohenschönhausen durften sie nicht.
Andere Gefangene haben sicher Anderes und zu einer anderen Zeit dort erlebt. Die Schilderungen des Erlebten sollte aber
realistisch sein und nicht vom Zorn, den jeder dort Einsitzende hatte, diktiert werden. Ich wurde eines Tages von der Arbeit weggeholt und über die Rückseite des Gebäudes, damit es niemand bemerkte, nach
Lichtenberg gebracht, wo man mir eröffnete, dass ich nach Westdeutschland entlassen werde. Frau und Kinder konnten legal ausreisen.
Ich will nichts Schönreden, die Ostzonler, tu welchem auch ich gehörte sind nach 45 vom Regen in die Traufe gekommen, aber man sollte Realist bleiben.

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