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VORBEREITUNGEN
Die Flucht war nicht vorbereitet. Die war auch nicht geplant. Eigentlich wollte ich durch einen Ausreiseantrag legal
ausreisen. Da ich aber wusste das ich beschattet wurde, auch abgehört und denunziert, wurde mir von jemanden
zugetragen das ich abgeholt, sprich eingesperrt werden sollte. Sie wollten das Haus meines Vaters, in dem ich Wohnrecht auf Lebenszeit hatte, verkaufen. Also musste ich raus.
Wie gesagt ich hatte auch Leute die mir halfen. So habe ich erfahren das ich geholt werden sollte. Ich verabredete mich
daraufhin mit meiner Freundin und versuchte auf gut Glück irgendwo über die Grenze zu kommen.
Die Ostsee war mein Gedanke weil ich früher Leistungsschwimmer war. Ich habe das vielleicht ein bisschen naiv
gesehen, aber ich dachte gehe ich über die Mauer in Berlin, geht das nicht. Gehe ich irgendwo durch ein Wald Richtung
Grenze, sind Minen und Selbstschussanlagen. Geht also auch nicht. Mit jemanden mitfahren, im Auto verstecken war
auch nicht, da diese an den Grenzen mit Wärmesensoren durchleuchtet wurden. So viel Auswahl gab es da also nicht. Mein Gedanke war nur, freiwillig lasse ich mich nicht einsperren.
Heute weiss ich, hätte ich mich einsperren lassen, wäre ich nach 6 Monaten im Westen gewesen. Damals habe ich das
nicht gewusst. Ich wusste nur, das ich eine unvorbereitete Flucht kaum schaffen kann. Ich wusste aber auch das ich mich nicht freiwillig einsperren lassen wollte.
Sie sehen man kann es machen oder drehen wie man möchte. Es hat alles zwei Seiten. Welche im jeweiligen
Augenblick die richtige ist, weis man meist erst hinterher.

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