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EISVERGNÜGEN IN TEMPLIN
Templin in der Uckermark ist heute als Schulstadt unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel weit bekannt. Auch ich ging dort
zur Schule (Abitur 1953). In richtigen Wintern frieren die Seen Templins schön glatt zu. Wir testeten dann die Eisdicke mit einem Knüppel, mit dem
wir von einem Steg aus eine Eisscholle herausschlugen. Ich schraubte, wenn das Eis dick genug war, meine Schlittschuhe
noch mit einem Schlüssel an die Schuhe, wie fast alle. Nur wenige hatten damals schon die (heute übliche) Spezialschuh
-Kufe-Kombination. Umgesunkene Erlen oder Weiden waren ideal zum bequemen Sitzen beim Schlittschuh-Anschrauben und zum Hinlegen nicht benötigter Sachen.
Ein Teil unseres Eisvergnügens war natürlich auch das Beobachten der Schlittschuh laufenden Lehrer und Lehrerinnen.
Zwei von ihnen konnten nach unserem Urteil prima Paarlauf-Figuren drehen. Das nachzumachen und mit einem Langlauf machenden Lehrer mitzuhalten, schafften wir leider nicht.
Der helle Klang unserer Schlittschuhe und der leichte Donner beim Entstehen langer Sprünge im dicken Eis war Musik in
unseren Ohren. Manchmal legten wir uns auf das klare Eis, um die Unterwasserpflanzen mit darin träge sitzenden Schnecken und die sacht ziehenden Fische anzusehen.
Bei entsprechendem Wind sausten wir gern mit offenen Jacken durch miteinander verbundene Seen.Dann kamen wir uns
wie Eissegler vor. Wenn Schnee das Eis bedeckte und die Erwachsenen dort nur herumgehen konnten, schoben wir uns
eine für einfaches Eishockey geeignete Fläche frei. Das Anlegen von Schlitterbahnen bot eine andere Möglichkeit, unseren
Eisspaß zu haben. Weil wir sehr vorsichtig waren, ist in meiner Templiner Schulzeit niemand zum Opfer brüchigen Eises geworden.
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